Dienstag, 24. Februar 2009
All things bright and beautiful
especially dedicated to Mr. Dean Kopp and the lovely Yannah, a very big thank you to Sebastian Buschmann
Ein weißes Haus, blauer Himmel, Vorgarten, Veranda mit blühenden Blumen in großen Töpfen, spielende Kinder. Glückliche, lachende Gesichter – und in den Köpfen nachdenkliche Zerrissenheit. Sie sinnieren über ihr Leben, ihre Träume und brüten im Innersten blutrünstige Pläne aus...Klingt irgendwie nach einem guten Anfang für einen Psyhothriller über das Leben in einer vermeintlichen Vorstadtidylle. Ich begnüge mich aber mit einem anderen Thema: Einen Freund, der immer gern als Organisationstalent bezeichnet wird, plagen Ängste um seine eigene Zukunft. Er hat Angst vor dem Ungewissen...
Der Blick in die Zukunft ist ein Einblick ins Dunkel
Wir Menschen sind die einzigen Geschöpfe, die in der Lage sind, die eigene Zukunft und damit auch das eigene Schicksal zu „planen“ und in die Hand zu nehmen. Wir werden morgens von einem Wecker geweckt, der planmäßig rappelt, da wir ihn in der Vergangenheit gestellt haben. 06:30 Uhr: wir machen uns frisch. 06:45 Uhr: der Morgenkaffee wird eingenommen, währenddessen wird die Tageszeitung gelesen, denn das Zeitungsabonnement sorgt dafür, dass der immer schlecht gelaunte Zeitungsbote Peter, der sich jederzeit über seine schlechte Bezahlung („das sind scheiß Ausbeuter!“) mokiert, die aktuellste Ausgabe direkt an die Haustür bringt. Wären wir nicht vom Wecker, den wir am Abend zuvor stellten, geweckt worden, so wäre der Morgen anders verlaufen. Vermutlich hätten wir verschlafen und damit keinen Plausch mit dem launischen Peter halten können. Wir können unsere Zukunft planen, doch sie bleibt für uns trotzdem ungewiss. Peter hätte genauso gut in der Lotterie gewinnen können, („schon seit 20 Jahren tippe ich jeden Mittwoch und Samstag – scheiße, und trotzdem steh ich jetzt wieder hier bei dir“) was ihm eine vermutlich blühende Zukunft eingefahren hätte, die ihn nicht mehr vom 4,50 €-Stundenlohn abhängig machen würde.
Was könnte passieren, wenn ich aus der Haustür trete...?
Dadurch, dass wir einen Blick in die Zukunft erhaschen, beginnen wir, uns Negatives auszumalen. Wir stellen uns Fragen, was in der Zukunft alles Schlimmes passieren könnte. Wir realisieren, dass wir nicht allem Herr sein können und uns lähmt die Angst. Die Angst vor unserer eigenen Zukunft, die wir doch nicht in der Hand haben. Peter könnte ausrasten, Amok laufen, mich erstechen und mein Bargeld klauen, um seiner Tochter eine großzügige Mitgift geben zu können. Er könnte jedoch genauso nur die gewohnten Sprüche über das falsch laufende „System“ reißen und mir die Zeitung überreichen. Ich kann viele Dinge ändern und damit Einfluss auf meine eigene Zukunft nehmen. Gleichermaßen existieren Dinge, auf die vermutlich niemand Einfluss nehmen kann. Man muss eine Gemütlichkeit an den Tag legen, die es erlaubt, diese Dinge einfach zu akzeptieren – anders geht es auch nicht.
Gesundes Selbstvertrauen beugt Ängsten vor
Als ich meinem Freund riet, zu unterscheiden, worauf er Einfluss nehmen kann und worauf nicht, war er eigentlich sichtlich enttäuscht von mir. Versucht habe er dies schon etliche Male, aber woher sollte er wissen „was ich ändern kann und was nur der liebe Gott“, fragte er mich. Ich entgegnete, er solle mit einem gesunden Selbstvertrauen durch das Leben gehen. Er solle sich nicht den Kopf zerreißen und nicht im Innersten zerrissen sein – das führt nur zu Blutrünstigkeit. Er solle akzeptieren, was er fähig ist zu leisten und seine Fähigkeiten anerkennen. Das Leben ist nicht geschaffen, um ängstlich herumzuirren. „Genieße es mit Gemütlichkeit“, endete ich.
Montag, 23. Februar 2009
Mauern sind dazu da, um überwunden zu werden
dedicated to Mr. Dean Kopp
Ein Freund bat mich neulich um einen kleinen Rat, um ihm aus einer verzwickten Lage zu helfen: Er ist unsterblich in ein Mädchen verliebt, doch scheint das Mädchen für ihn schier unerreichbar. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich: „Mauern sind nur dazu da, um überwunden zu werden“. Der Freund blickte mich daraufhin sehr verdutzt an, doch merkte ich, dass das was ich sagte eigentlich ziemlich intelligent war. Grund genug, sich mal näher mit dem Satz auseinander zu setzen...
Probier's mal mit Gemütlichkeit
Ich wusste bereits als Kind, dass ich irgendwann davon profitieren werde, dass ich alle Songs aus Disneys Dschungelbuch auswendig konnte. Balu, Mogli & Co. lehrten mich nämlich Dinge, die mir kein Buch so gut vermitteln konnte: Lebensweisheiten! Denn jene Songs in dem Zeichentrickfilm haben mir gezeigt, dass das Leben viel einfacher ist, wenn man es gelassen und leicht angeht. Hat man eine ruhige, gemütliche Grundeinstellung, so kann man sich sicher sein, immer geborgen, ausgeglichen und frei von Sorgen zu sein. Nichts wird einen aufhalten können, jeder Traum wird Wirklichkeit werden. Da ich aber immer noch nicht auf dem Mond war, noch das hübscheste Mädchen aus dem Kindergarten geheiratet habe, beginne ich langsam am Wahrheitsgehalt des Dschungelbuchs zu zweifeln. Wurde ich angelogen von Walt Disney oder hab ich vielleicht einfach nur ziemlich viel falsch gemacht...?
Die Realisierung des Traums ist immer näher als man glaubt
Wir leben in einer Welt voller blöder Menschen. Das merke ich jeden Tag, wenn ich den Gang in die Schule antrete. Da trifft man auf pessimistische, schlecht gelaunte Menschen. Mitschüler, die sich gegenseitig denunzieren. Freunde, die sich anschnauzen. Personen, die sich für etwas besseres halten und das lauthals heraus posaunen. Doch das alles stört mich nur sehr wenig. Ich gehe es gelassen an und sehe vor allem das Gute in jenen blöden Menschen. Das fällt mir gar nicht schwer -es gibt genug Gutes. Schwer fällt es mir aber, ruhig zu bleiben, wenn jene blöde Menschen versuchen, anderen Träume auszureden. „Das ist unmöglich...!“ und „das kriegst Du doch nie hin“ sind Phrasen, die ich so wenig wie möglich zu gebrauchen versuche. Gebrauchen sie jedoch andere, muss ich meistens wütend reagieren. Die hübsche Felicia aus dem Kindergarten hat zwar einen Freund, aber mit 16 Jahren ist sie noch nicht verheiratet. Noch kann man als Privatperson nicht auf den Mond fliegen – so sehr wie die Technik jedoch Fortschritte macht, wird das zu meiner Lebzeit noch möglich sein. Jeden Traum kann ich verwirklichen und es ist meistens viel einfacher, als man glaubt!
Realismus schließt keine Träume aus
Die meisten Menschen, die ich kenne, sind arm. Selbst wenn Papi Besitzer einer großen Firma ist und mit den teuersten Limousinen kutschiert wird, sind Töchterchen und Söhnchen bedauernswert: Sie haben das Träumen verlernt. So geht es aber nicht nur der Oberschicht, selbst jene, die von Haus aus nicht viel haben, trauen sich nicht (mehr), einfach nach einer Verbesserung zu streben. Gerade in Zeiten der Krise versuchen Menschen sich mit der Situation abzufinden, um ''Schadensbegrenzung'' zu betreiben. Träume zu haben heißt aber nicht, in einer anderen, eigenen Welt zu leben. Träume gehören in diese Welt – anders wäre die Welt auch eintönig, langweilig und ohne jeden Sinn. Wir würden existieren - mehr aber auch nicht. Träume machen uns zu bemerkenswerten, einzigartigen Geschöpfen. Jeder der träumt und träumen lässt ist ein guter, reicher Mensch.
Mauern sind nur dazu da, um überwunden zu werden
„Revoluzzer hin oder her, irgendwo ist Ende Gelände“, entgegnete mein Freund, der seit einer gefühlten „halben Ewigkeit“ das Herz der jungen Dame zu erobern versucht. „Man muss einfach respektieren, dass manche Mauern nicht überwunden werden können – so gern man es auch hätte“. Das Problem ist jedoch, dass wir immer nach immer größeren Leitern Ausschau halten und dabei übersehen, dass wir die Mauer mit wenig Mühe überwinden können: Sie hat ein breites, einladendes Tor. Wir übersehen es, weil wir nicht träumen. Wir verharren in pessimistischer Stimmung, weil wir uns nicht vorstellen können, jene große Mauer überwinden zu können. Meistens sind wir selbst zudem eine eigene, noch viel größere Mauer. Wir müssen träumen – nur so können wir einen Schritt auf den Mond setzen und das hübscheste Mädchen zur Frau nehmen.
