dedicated to Mr. Dean Kopp
Ein Freund bat mich neulich um einen kleinen Rat, um ihm aus einer verzwickten Lage zu helfen: Er ist unsterblich in ein Mädchen verliebt, doch scheint das Mädchen für ihn schier unerreichbar. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich: „Mauern sind nur dazu da, um überwunden zu werden“. Der Freund blickte mich daraufhin sehr verdutzt an, doch merkte ich, dass das was ich sagte eigentlich ziemlich intelligent war. Grund genug, sich mal näher mit dem Satz auseinander zu setzen...
Probier's mal mit Gemütlichkeit
Ich wusste bereits als Kind, dass ich irgendwann davon profitieren werde, dass ich alle Songs aus Disneys Dschungelbuch auswendig konnte. Balu, Mogli & Co. lehrten mich nämlich Dinge, die mir kein Buch so gut vermitteln konnte: Lebensweisheiten! Denn jene Songs in dem Zeichentrickfilm haben mir gezeigt, dass das Leben viel einfacher ist, wenn man es gelassen und leicht angeht. Hat man eine ruhige, gemütliche Grundeinstellung, so kann man sich sicher sein, immer geborgen, ausgeglichen und frei von Sorgen zu sein. Nichts wird einen aufhalten können, jeder Traum wird Wirklichkeit werden. Da ich aber immer noch nicht auf dem Mond war, noch das hübscheste Mädchen aus dem Kindergarten geheiratet habe, beginne ich langsam am Wahrheitsgehalt des Dschungelbuchs zu zweifeln. Wurde ich angelogen von Walt Disney oder hab ich vielleicht einfach nur ziemlich viel falsch gemacht...?
Die Realisierung des Traums ist immer näher als man glaubt
Wir leben in einer Welt voller blöder Menschen. Das merke ich jeden Tag, wenn ich den Gang in die Schule antrete. Da trifft man auf pessimistische, schlecht gelaunte Menschen. Mitschüler, die sich gegenseitig denunzieren. Freunde, die sich anschnauzen. Personen, die sich für etwas besseres halten und das lauthals heraus posaunen. Doch das alles stört mich nur sehr wenig. Ich gehe es gelassen an und sehe vor allem das Gute in jenen blöden Menschen. Das fällt mir gar nicht schwer -es gibt genug Gutes. Schwer fällt es mir aber, ruhig zu bleiben, wenn jene blöde Menschen versuchen, anderen Träume auszureden. „Das ist unmöglich...!“ und „das kriegst Du doch nie hin“ sind Phrasen, die ich so wenig wie möglich zu gebrauchen versuche. Gebrauchen sie jedoch andere, muss ich meistens wütend reagieren. Die hübsche Felicia aus dem Kindergarten hat zwar einen Freund, aber mit 16 Jahren ist sie noch nicht verheiratet. Noch kann man als Privatperson nicht auf den Mond fliegen – so sehr wie die Technik jedoch Fortschritte macht, wird das zu meiner Lebzeit noch möglich sein. Jeden Traum kann ich verwirklichen und es ist meistens viel einfacher, als man glaubt!
Realismus schließt keine Träume aus
Die meisten Menschen, die ich kenne, sind arm. Selbst wenn Papi Besitzer einer großen Firma ist und mit den teuersten Limousinen kutschiert wird, sind Töchterchen und Söhnchen bedauernswert: Sie haben das Träumen verlernt. So geht es aber nicht nur der Oberschicht, selbst jene, die von Haus aus nicht viel haben, trauen sich nicht (mehr), einfach nach einer Verbesserung zu streben. Gerade in Zeiten der Krise versuchen Menschen sich mit der Situation abzufinden, um ''Schadensbegrenzung'' zu betreiben. Träume zu haben heißt aber nicht, in einer anderen, eigenen Welt zu leben. Träume gehören in diese Welt – anders wäre die Welt auch eintönig, langweilig und ohne jeden Sinn. Wir würden existieren - mehr aber auch nicht. Träume machen uns zu bemerkenswerten, einzigartigen Geschöpfen. Jeder der träumt und träumen lässt ist ein guter, reicher Mensch.
Mauern sind nur dazu da, um überwunden zu werden
„Revoluzzer hin oder her, irgendwo ist Ende Gelände“, entgegnete mein Freund, der seit einer gefühlten „halben Ewigkeit“ das Herz der jungen Dame zu erobern versucht. „Man muss einfach respektieren, dass manche Mauern nicht überwunden werden können – so gern man es auch hätte“. Das Problem ist jedoch, dass wir immer nach immer größeren Leitern Ausschau halten und dabei übersehen, dass wir die Mauer mit wenig Mühe überwinden können: Sie hat ein breites, einladendes Tor. Wir übersehen es, weil wir nicht träumen. Wir verharren in pessimistischer Stimmung, weil wir uns nicht vorstellen können, jene große Mauer überwinden zu können. Meistens sind wir selbst zudem eine eigene, noch viel größere Mauer. Wir müssen träumen – nur so können wir einen Schritt auf den Mond setzen und das hübscheste Mädchen zur Frau nehmen.
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